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»ifs-Begegnung« Gender & Diversity mit »DARSHAN SINGH WILL IN LEVERKUSEN BLEIBEN«

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13. September 2023 19:00 - 13. September 2023 21:30

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Beschreibung

»ifs-Begegnung« Gender & Diversity

Auf der Leinwand:
»DARSHAN SINGH WILL IN LEVERKUSEN BLEIBEN«
(D 1973, 43 Min., Regie: Navina Sundaram)

am Mittwoch, 13. September 2023 | 19 Uhr | Eintritt frei
Filmforum NRW / Kino im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, 50667

Anschließend Filmgespräch mit Autorin und Produzentin Merle Kröger, moderiert von Maxa Zoller (Künstlerische Leiterin IFFF Dortmund+Köln)

„Darshan Singh will in Leverkusen bleiben“ wurde 1974 in der ARD gesendet. Der Beitrag erzählt die Migrationsgeschichte von zwei indischen Familien, die sich unter den 30.000 asiatischen Einwohner*innen befanden, welche 1972 über Nacht durch Idi Amins antikoloniales Dekret aus Uganda vertrieben wurden. Über London kamen die da Couhnas und die Singhs nach Unna und Leverkusen.

Durch Dramaturgie und Schnitt erzielt die Journalistin Navina Sundaram einen Perspektivwechsel, der Exotisierungsklischees auslässt und stattdessen das heimische Wohn- und Arbeitsumfeld zeigt; ein Wechsel, der die zu erwartende Opfergeschichte gegen ein Arbeiterporträt eintauscht, der simple ethnische Zuschreibungen durch das Aufzeigen von Klassenunterschieden unmöglich macht und Xenophobie mit einer guten Portion Humor entgegenwirkt: Am Wochenende fährt Darshan Singh gerne mit seinem Auto in den Rhein.

„Sundaram begleitet die Familien in der Tradition des Cinema Vérité als teilnehmende Beobachterin in ihr neues Leben in Unna und Leverkusen. Den Familien wird mit viel Solidarität und Neugier begegnet, aber auch rassistische Vorurteile und Konflikte treten auf. Sundaram wagt sich weit in die Konfliktzonen vor: Ehemalige Aussiedlerinnen hetzen gegen die asiatischen Familien in der Nachbarschaft, die wiederum gegen ihre ehemaligen Landsleute in Afrika – am Ende erhalten in diesem Film alle eine Stimme, es entsteht ein Plädoyer für das Miteinander in einem Einwanderungsland.“ (www.die-fuenfte-wand.de)

Die 2022 verstorbene indisch-deutsche Journalistin und Filmemacherin Navina Sundaram war die erste nicht-weiße Fernsehmoderatorin, deren dekoloniale Stimme in die westdeutschen Narrative der öffentlich-rechtlichen Medien intervenierte. Sie arbeitete von 1964 bis 2003 als politische Fernsehredakteurin für den NDR und als Auslandskorrespondentin für die ARD. Ihre journalistische Arbeit war besonders vom Internationalismus geprägt und ist bis heute ein wichtiger Baustein im Verständnis von der postkolonialen ‚entangled history‘ der BRD. Dank des Engagements zeitgenössischer Künstler*innen können wir heute an diesem Moment teilhaben: „Darshan Singh will in Leverkusen bleiben“ ist Teil des Online-Archivs „Die fünfte Wand“, das von der Autorin und Produzentin Merle Kröger und der Filmemacherin Mareike Bernien ins Leben gerufen wurde und 2022 eine Online Grimme Award Nominierung erhielt. Das frei zugängliche Archiv versammelt Filme, Reportagen, Moderationen, Texte, Briefe und Fotos von Navina Sundaram aus über 40 Jahren Tätigkeit für das Fernsehen. Es ist ein wichtiger Beitrag, sowohl zur deutschen Medien- als auch Migrationsgeschichte.

Merle Kröger lebt als Roman- und Filmautorin in Berlin. Gemeinsam mit dem Filmemacher Philip Scheffner arbeitet sie als Produzentin und Drehbuchautorin an preisgekrönten dokumentarischen Kinofilmen, wie u.a. „Der Tag der Spatzen“ (2010) und „Europe“ (2022). Kröger ist Teil der Produktionsplattform pong. Als Kuratorin des transnationalen Kulturprojektes Import Export begann sie eine langjährige Zusammenarbeit mit Navina Sundaram.

Eine Veranstaltung von LET‘sDOK im Rahmen der Reihe »ifs-Begegnung« Gender & Diversity von ifs Internationale Filmschule Köln und Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln

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